Freiwilliges Kontrollsystem (FKS)

Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln liegen im besonderen Interesse von Hersteller, Handel und Verbraucher

Die Fruchtsaftindustrie hat daher 1986 zur Risikominimierung ein Freiwilliges Kontrollsystem (FKS) für alle Herstellungs- und Handelsstufen ihrer Produkte aufgebaut.

Ziel war es dabei, Unregelmäßigkeiten, Auffälligkeiten und Verfälschungen von Produkten nicht erst im Markt, sondern bereits in den vorgeschalteten Produktionsphasen der Roh- und Fertigwarenverarbeitung festzustellen. In die Kontrollen der SGF wurden daher seit 1986 auch weltweit ansässige Roh- und Halbwarenhersteller mit einbezogen. Das Kontrollsystem, das die Rückverfolgbarkeit der Entstehungsgeschichte eines Saftes „vom Baum bis in die Flasche“ ermöglicht, stützt sich auf die freiwilligen Teilnehmer, die ihre Halb- und Fertigwarenbetriebe für die Auditoren der SGF öffnen und die Probenentnahme von Halb- bzw. Fertigwaren aus der laufenden Produktion und dem Lager für entsprechende Untersuchungen sowie die Auditierung der Betriebsstätte unter hygienespezifischen Gesichtspunkten gestatten.

Durch die „lückenlose Kontrollkette“ von der Fruchtverarbeitung bis zum Fertigprodukt kann innerhalb kürzester Zeit der Nachweis der einwandfreien Beschaffenheit geführt werden, wenn natürlich bedingte Veränderungen aufgrund von Herkunft, Wachstum oder Sorteneigenart eine Abweichung von der normalen Erwartung verursachen. Gleichzeitig kann eine unerlaubte Produktmanipulation leicht erkannt, lokalisiert und bewiesen werden. Bei Verstößen gegen Lebensmittelrecht oder gegen die Regeln des Systems (FKS Ausführungsbestimmungen) leitet die SGF Korrekturmaßnahmen ein und führt entsprechende Nachkontrollen durch.

Lückenlose Kontrollkette

Ein Mehr an Sicherheit

Das FKS will seinen Teilnehmern ein Mehr an Sicherheit beim Einkauf von Halbwaren ermöglichen und die Branche insgesamt vor unredlichen Wett bewerbern schützen. Außerdem soll das FKS mithelfen, die stetig steigende Qualitätserwartung von Handel und Verbraucher abzusichern. Die Teilnahme am Kontrollsystem soll dem Unternehmen eine zusätzliche Hilfestellung bei der Erfüllung seiner gesetzlichen Verpflichtung sein, nur einwandfreie Ware in Verkehr zu bringen.

Möglich ist eine Realisierung der Vorteile aber nur dann, wenn die qualifizierte Mehrheit der seriösen Hersteller dieses System trägt, unterstützt und vor allem die damit verbundenen Anforderungen erfüllt. Gerade die Mitarbeit der Betriebe, die über jeden Zweifel erhaben sind und wegen ihrer herausragenden Qualitätsphilosophie nicht überprüft werden müssten, ist deswegen wichtig, weil dadurch der Qualitätsstandard geprägt wird.


Teilnahme am Freiwilligen Kontrollsystem

Die Teilnahme am Freiwilligen Kontrollsystem ist kein Freibrief. In jedem Fall verbleibt die Verantwortung für die Erfüllung der eigenen Sorgfaltspflichten beim Teilnehmer. Seine gesetzliche Verpflichtung, ausschließlich einwandfreie Ware, entsprechend den einschlägigen lebensmittelrechtlichen Vorschriften (z. B. EU Fruchtsaft Direktive 2001/112, nationale Vorschriften) und dem europäischen Handelsbrauch (AIJN/CoP) in Europa in Verkehr zu bringen, insbesondere zu verarbeiten, bleibt durch die Teilnahme am FKS unberührt.

Die erkennbare Verbesserung der Produktqualitäten in den vergangenen Jahren dürfte zu Steigerungen der Pro-Kopf-Verbrauchszahlen beigetragen haben. Diesen Erfolg gilt es zu sichern und auszubauen.

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